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Der neue Land Rover Defender
Was wir über ihn wissen - und was nicht.


Quo vadis, Defender? Seit mittlerweile mehreren Jahren wartet die Fan-Gemeinde auf den Neuen. Hofft und bangt, gewissermaßen.
07.10.2017
Funkstille, seit Anfang 2016: Land Rover ließ den letzten Ur-Defender vom Band laufen und die Fan-Gemeinde im Unklaren darüber, ob, wann und in welcher Form es einen Nachfolger geben würde. Eine Status-Erhebung.

Lauter gute Fragen
Es ist schon erstaunlich: Vom Land Rover Defender wurden in den letzten Jahren seiner Produktion im britischen Solihull nur mehr plus/minus 20.000 Autos für den gesamten Weltmarkt gebaut. Dennoch erreichen uns allein hier in Österreich bis heute mehrmals pro Woche Fragen, wie es denn um "den Neuen" bestellt sei. Wann der Nachfolger denn endlich vorgestellt werde, wie er aussehe, was er könne. Lauter gute Fragen. Einige Antworten können wir geben, einige nicht.

Der von der EU verordnete Fußgängerschutz, die strenge Euro-6-Abgasnorm, die fehlenden Airbags. Land Rover konnte die Legende Defender im bekannten und in der Offroad-Szene so beliebten Outfit einfach nicht mehr länger bauen. Die kantige Karosserie war in dieser Form in der EU einfach nicht mehr zulassungsfähig, dazu wäre ein neuer EU6-kompatibler-Motor notwendig geworden. Airbags einbauen? Nein ... all die Investitionen in dieses Niedrigvolumenmodell wären einfach zu hoch gewesen. Also: Ende, im Defender-Gelände.

Ein adäquater Neu-Ersatz muss her
Dennoch: Land Rover war und ist sich immer der Bedeutung des Defenders bewusst: Schließlich haben dieses Modell und seine Vorfahren, die "Series"-Modelle, den legendären Ruf der Marke begründet und ihn bis zuletzt getragen. Also war dem Konzern immer klar: Ein adäquater Neu-Ersatz muss her.

Der DC100 fiel durch
Der Nachfolger war jedenfalls schon 2011 ein Thema. Die Studie "DC100" fiel bei den Fans wegen seiner weichgespülten Karosserie und seiner dramatischen Über-Elektronisierung ebenso dramatisch durch. Land Rover zog sich von den entstandenen Diskussionen - wie es schien grübelnd aber auch ein wenig schmollend - zurück. Für mehrere Jahre.

Die Diskussionen über den Nachfolger wurden schließlich etwas leiser, seltener. Als dann Anfang 2016 der letzte "Ur-Defender" die Produktionshalle in Solihull verließ, gab es: Erneut keine Infos vom Hersteller zum Neuen. Aber plötzlich wieder mehr Fragen von den Fans.

Also. Was ist der aktuelle Stand?

Speth: "Nachfolger schon gefahren"
Land Rover müsste doch schon längst einen Nachfolger in der Planung haben? Ja, durchaus und auch offensichtlich. Schon im September 2016 hatte Land Rover Chef Ralph Speth gegenüber dem britischen Online-Magazin "autocar" bestätigt, dass es bereits Prototypen vom Neuen gäbe und er diese auch "bereits gefahren" sei. Der Neue werde auf der Alu-Architektur basieren, die auch beim neuen Discovery, Range Rover und Range Rover zum Einsatz kämen. Damit könne der neue Defender auch wieder im britischen Solihull gebaut werden.

Weiters bestätigte Speth gegenüber autocar damals, dass sich der Defender "hinsichtlich seiner Karosserie deutlich" von anderen Modellen des Konzerns unterscheiden und sich als "authentischer Nachfolger" präsentieren werde.

Platz unter dem Discovery
Was wir aus Insiderkreisen erfahren haben: Der neue Discovery 5 wurde bewusst so groß, mächtig und als siebensitzger "Familien-Offroader" gebaut, damit "darunter" noch für ein weiteres neues Modell - eben den Defender - Platz in der Familienaufstellung bleibt. Und dass es neben einem Fünftürer entgegen anderslautenden Berichten sehr wohl auch einen Dreitürer geben werde.

Das heißt: Der neue Defender wird die Gene der neuesten Generation an Land-Rover-Modellen tragen und niemals wieder so eigenständig, unbändig und erdig sein wie sein Vorgänger. Das Konzept und die Strategie, wie das seitens des Konzerns Anfang der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts konzipiert und durchgezogen wurde - nämlich den Defender als logischen und funktionalen Kontrapunkt zum Range Rover zu positionieren - wird es in dieser Form nicht mehr geben. Der neue Defender wird ein Hightech-Spielzeug sein ... mit allen den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.


Der "L663"
Der werksintern als Modell "L663" bezeichnete neue Defender wird - da spricht Einiges dafür - noch 2018 seine Weltpremiere feiern. Mit ersten Fahrzeugen bei den Händlern in Österreich ist aber keinesfalls vor 2019 zu rechnen. Billigvarianten für Förster, Expeditionsreisende und Offroad-Enthusiasten wird es - auch aufgrund der österreichischen Steuergesetze, Stichwort NoVA - keine geben. Mit Preisen rund um die 50.000 Euro müssen Fans wohl rechnen. Und mit einem Modell, das sich technisch nahtlos in die neue Werkslinie von Land Rover integrieren wird - auch wenn es sich, möglicherweise bis wahrscheinlich, optisch halbwegs davon unterscheiden wird.

Ach ja: Allen Spekulanten unter den Defender-Fans sei empfohlen, auf Google 'mal nach "Land Rover Defender 2018" zu suchen und die dort verewigten Fotomontagen zu begutachten ... sehr lustig, was man da alles findet ...

Fotos und Text: GELAENDEWAGEN.AT / Michael Kubicek

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