Testberichte

Suzuki Ignis im Test

Feuer, Wasser, Luft und Erde

Wir waren mit dem neuen Suzuki Ignis unterwegs.
06.08.2017



Da ist doch diese Geschichte von den vier Elementen: Feuer, Wasser, Luft, Erde. "Ignis" nannten die Römer das Feuer, "Ignis" nennt Suzuki sein brandneues Mini-SUV. Dann: Unser Testauto. Lackiert in "Neonbluemetallic", eine Farbe fast so schön wie jene der Luft unter dem unbewölkten Sommerhimmel, des glasklarsten Sees der Alpen. Erdig gibt sich der Ignis durchaus auch. Speziell bei Fahrten abseits des Asphalts, was er dank seines AllGrip-Allradantriebs, erstaunlich minimaler Karosserieüberhänge und stolzen 18 Zentimetern Bodenfreiheit auch durchaus gerne tut und ziemlich gut kann.

Dass wir den Ignis nicht in freier Wildbahn, sondern im urbanen Gebiet nahe dem neuen Wiener Zentralbahnhof ins Bild gestellt haben, hatte dennoch seinen Grund. Schließlich positioniert Suzuki den Ignis nicht nur als Gelände-, sondern auch als Stadtflitzer. Und dort fühlt sich der sympathische Kleine - schon auf den ersten Metern erkennbar - sehr wohl. Mit einer Länge von gerade 'mal 3,7 Metern, einer Breite von 166 Zentimetern lässt er sich problemlos durch den Verkehr zirkeln, nimmt engste Kurven mit grinsender Lässigkeit und passt in wirklich fast jede Parklücke. In der Tiefgarage lässt er auf jedem Parkplatz locker noch 3 Quadratmeter frei.

Alle verfügbaren Ausstattungsvarianten haben Einiges gemeinsam: Fünf Türen zum Beispiel. Oder den formidablen kleinen Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum und (ernsthaft) angemessenen 90 PS. Wählen kann der Kunde allerdings beim Getriebe: Neben dem 5-Gang-Schaltgetriebe gibt's auch eine ebenso fünfgängige Automatik. Den Schalter können wir empfehlen: Hübsch kurz sind die Schaltwege, sauber abgestimmt und gut gespreizt die einzelnen Gänge. So lässt es sich trotz des nicht gerade überragenden Drehmoments von 120 Newtonmetern ziemlich schaltfaul fahren. Der Innenraum ist hübsch, schlicht und funktional. Dass die eingebaute Navi-Software nur mithilfe eines angedockten Handys die Richtung ansagen kann und die hellen Türinnenverkleidungen ein wenig an das Innere eines Kühlschranks erinnern, stimmt eher heiter als nachdenklich.

Der Mini-Stadtflitzer hat auch ernstzunehmende Non-Asphalt-Ambitionen, das haben wir erwähnt. Die rechtfertigt er mit dem auf einer Visco-Kupplung basierenden Allradantrieb namens AllGrip. Gut funktionierende Assistenten des Systems sind die Bergan- und - abfahrhilfe. Vor mittleren Geländeverwerfungen braucht man sich dank des kurzen Radstandes, der erwähnten Bodenfreiheit von 18 Zentimetern und den kurzen Karosserieüberhängen - hinten hat der Ignis einen geschätzten Böschungswinkel von 70 Grad, welcher echte Offroader kann da mithalten - nicht fürchten.

Als Stammrevier des Ignis haben wir letztlich trotzdem den Großstadtdschungel ausgemacht. Bewegt man den Wagen dort, sind Sympathiebekundungen an der Tagesordnung. Ein freundliches Lächeln hier, eine interessierte Frage dort, ein Daumen-nach-oben an der Kreuzung von der schicken X5-Fahrerin. Das darf der Fahrer halt nur nicht auf sich beziehen - das macht nur der sympathische Kindchen-Schema-Blick des Ignis.

Den Einstieg in die Ignis-Klasse ermöglicht Suzuki in Österreich um knapp 12.000 Euro. Will man besagten Großstadtdschungel zwecks Befahrung hübscher Waldwege auch einmal verlassen und wünscht sich dafür das AllGrip-System, sind rund 4.000 Euro extra zu kalkulieren.

Fotos + Text: GELAENDEWAGEN.AT

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