Testberichte

Infrarot

KIA Sportage GT-Line im Test

Infrarotstrahlung erzeugt Wärme. Auch wenn beim KIA Sportage nur die Lackfarbe so heißt, ist uns beim Test doch recht warm ums Herzerl geworden.
25.11.2016


Es ist ziemlich einfach, über schlechte Autos zu schreiben. Ein Seitenhieb hier, ein bisschen Ironie dort, eine dramatisierte oder gespielte Empörung da - schon ist der Testbericht fertig. Schwieriger ist es, über gute Autos zu schreiben, viel schwieriger über sehr gute. Lobhudeleien verbietet die journalistische Ethik, eine zu ausschweifende Aufzählung der Features und Goodies die Leserschaft.

Soweit das Problem im Allgemeinen. Im Konkreten: Jetzt stehen wir vor, sitzen in einem Auto, an dem wir kaum ein Manko gefunden haben. KIA hat mit dem Sportage in vierter Generation ein Fahrzeug auf den Markt gebracht, das wir ehrlich zum engsten Favoritenkreis unserer - aktuell nur in Gedanken und vagen Plänen existierenden - "SUV-des-Jahres" Wahl zählen würden.

Weil der neue Sportage wie schon sein Vorgänger optisch beeindrucken kann. Das ist ein mit Empathie gezeichnetes Auto, weit weg vom grauen SUV-Alltag. Spektakuläre Lichter an der Front, eine spannende Seitenlinie, selbst das Heck lässt - im Unterschied zu vielen Produkten des Mitbewerbs - nicht unbeeindruckt.

Weil der Sportage außergewöhnlich gut ausgestattet ist, schon in der Basiskonfiguration. Bei einem Preis, der noch lang nicht abgehoben ist.

Weil die Qualitätsanmutung sagenhaft ist. Die verwendeten Materialien, die Verarbeitung, das passt ganz einfach.

Weil sich der 1,6-Benziner mit 177 PS so manierlich und leise verhalten hat, dass wir beim Aussteigen zweimal vergessen haben, ihn abzustellen. Gleichzeitig dank Direkteinspritzung und Turbo auch für viel, für sehr viel Fahrspaß gesorgt hat. In Kombi mit dem tadellosen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe liegt der Verbrauch in der Praxis allerdings - huch, doch ein kleines Minus für den Sportage - chronisch jenseits der 10-Liter-Schallmauer. In Österreich wird der 2-Liter-Diesel mit wahlweise 136 oder 185 PS bei den meisten Käufern auch deshalb die erste Wahl sein. Aber eine Probefahrt mit dem Benziner könnte sie doch in einen Gewissenskonflikt bringen. Und sei dringend empfohlen.





KIA hatte uns eine außergewöhnliche Variante des Sportage zum Test angeboten: Das "GT-Line"-Modell. GT-Line steht für sportlichen Pepp: Die freiliegende Doppelrohrauspuffanlage, die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und der Kühlergrill sind eigens für die Sportage GT-Line entworfen worden. Ganz besonders gut steht dem Sportage der "Infra Red"-farbene Lack.

Im Innenraum gefallen das beheizbare, belederte, dreispeichige und D-förmige Lenkrad, die schwarze Hochglanz-Mittelkonsole, die Lederbestuhlung, das 8-Zoll Display mit Navi und Rückfahrkamera sowie die Aluminium-Pedale und das mächtige JBL-Soundsystem.

In der GT-Line-Ausstattung kostet der KIA Sportage stolze, aber durchaus angemessene € 40.500 Euro. Die 7(!)-Jahresgarantie und die herzerwärmende Wirkung gibt's gratis dazu.

Fotos und Text: GELAENDEWAGEN.AT

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