home news modellvorstellungen tests concepts specials zubehoer history community marktplatz
Graue Eminenz:
Der Nissan Murano "Executive"
Das Avantgarde-Diesel-SUV im Test

 home tests 

26.10.2011

Was der Reise- und speziell der Venedig-Fan mit erlesener Glaskunst, manchmal auch mit Glaskitsch verbindet, kennt der Auto-Fan als Namen für ein erlesenes SUV: Murano. Nissans Top-SUVs brachte uns während eines langen Wochenendes nicht in die italienische Lagunenstadt, aber immerhin in die südliche Umgebung Wiens. Die Burg Liechtenstein nahe Mödling bot einen standesgemäßen Hintergrund für das Foto-Shooting.

Nissan Murano Diesel im Test
 

Voriges Bild !

(9 Bilder)

Nächstes Bild !

Die seit 2008 in Österreich angebotene zweite Generation des Murano besticht optisch primär mit seiner futuristischen Frontpartie. Der Wagen wirkt - das ist in diesem Fall kein Widerspruch - gleichermaßen mit seiner Extravaganz und einem Hauch coolen Understatements.

Die "graue Eminenz", die uns Nissan für unseren Test borgte, ließ in der "Executive"-Ausstattung kaum Wünsche offen. Man sitzt auf feinstem Leder, sämtliche Sitzplätze werden auf Wunsch beheizt, die verwendeten Materialien sind hochwertig, Optik und Haptik sind überragend. Zur feinen Atmosphäre trägt das riesige zweiteilige Panoramadach bei. Das Rollo-System macht es möglich, dass praktisch der gesamte Dachbereich verglast werden konnte, einzig ein schmaler Querträger in der Mitte verhindert den "totalen Durchblick"  zum Himmel.

Das Platzangebot ist dank des langen Radstandes ausgezeichnet - selbst in der zweiten Reihe genießt man jede Menge Kniefreiheit.

Wenn es Kritikpunkte an der Ausstattung gibt, betreffen sie primär das Navi. Die Bedienung über den schönen zentralen Touchscreen ist zwar ganz ok, das Kartenmaterial aber ist schlicht und ergreifend: alt.  Dass das System den vor über 3 Jahren so benannten "Riesenradplatz" in Wien nicht kennt, ist eine kräftigere Rüge wert. Ein Update des Kartenmaterials ist hier überfällig.

Lange Zeit wurde für den Murano nur ein Sechszylinder-Benziner angeboten - ein Motor, der zwar prinzipiell sehr gut zum luxuriösen Anspruch des Wagens passte, in Österreich aber kaum Anklang fand. Seit dem vergangenen Frühjahr gibt es nun  endlich auch einen Diesel, mit dem der Murano neu durchstarten konnte.

Der firmenintern "YD25" genannte Vierzylinder mit 2,5 Litern Hubraum, 190 PS und 450 Nm agiert souverän und ermöglicht exzellente Fahrleistungen. Supersportler ist er keiner, einen durchaus flotten Fahrstil unterstützt er auf Wunsch aber durchaus eifrig. Kleines Manko: Der Klang, ja der Klang ...  das etwas brustschwach klingende Verbrennungsgeräusch will nicht so recht der Klasse des Murano entsprechen. Vielleicht sollten die Sounddesigner da noch ein wenig "feintunen".

Den Diesel gibt es ausschließlich in Kombination mit einer Sechsstufen-Wandlerautomatik - im Fahrbetrieb gehen einem in keiner Phase die ein oder zwei Gänge ab, die andere Hersteller mehr zu bieten haben. Nissan hat seinen Standard-Automaten verwendet, ihn hinsichtlich seiner Schaltlogik aber auf das hohe Drehmoment des Diesels angepasst und optimiert. Mit Erfolg, wenn wir das so behaupten dürfen - die Motor-Getriebekombi ist insgesamt ein starkes Team.

Auch das "ALL-MODE-4x4-i" Allradsystem wurde weiter entwickelt: Im Normalbetrieb ist der Murano als Fronttriebler unterwegs, bei Traktionsverlust leitet das System über eine Lamellenkupplung bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterräder weiter.

Ein Zauberschalter, gleich neben jenen für die Sitzheizung, zwingt den Antriebsstrang, das Drehmoment zu gleichen Teilung an Vorder- und Hinterachse zu verteilen. Ein manueller Eingriff, den der Murano-Fahrer nur bei sehr schlechten Straßen- oder Geländezuständen vorzunehmen braucht.

Angesichts der ziemlich besorgt klingenden Frage des Nissan-Fuhrparkleiters, wie intensiv wir denn zu testen gedenken,  haben wir die Offroad- und Allrad-Fähigkeiten des Murano nur höchst oberflächlich analysiert. So können wir sagen, dass das 4x4-System auf rutschig-nassen Feldwegen eine gute Figur macht. Nicht aber, ob der Murano auch problemlos durch grundlose Schlammlöcher pflügen würde. Unserer Erfahrung nach können wir bedenkenlos sagen: Könnte er nicht. Muss er aber auch nicht. Dazu ist er ein zu elegantes, extravagantes SUV. Eines, das uns in vieler Hinsicht überzeugen konnte, noch dazu.

Nissan Murano "Executive"
Die Daten

Motor: 4-Zylinder-Dieselmotor, 2.488 cm3, 190 PS, 450 Newtonmeter

Getriebe:
6-Gang-Automatikgetriebe

Länge/Breite/Höhe:
4.860/1.885/1.720mm

Leergewicht:
1.950 kg

Verbrauch:
8,0 l
CO2:
210 g/km

Offroad:
Permanenter Allradantrieb mit manueller "Lock"-Einstellung (50/50-Verteilung des Drehmoments auf die beiden Achsen)

Ausstattung Serie (Auszug):
Audiosystem, Airbags: Fahrer, Beifahrer, Seitenbags vorne, Kopfbags vorne und hinten, "All-Mode"-4x4-System, ABS mit EBD, Bi-Xenon, Bluetooth, Bordcomputer, Dachreling, ESP, Ledersitze, Fahrer- und Beifahrersitz elektrisch einstellbar, , Intelligent Key System mit Start-/Stoppknopf, ISOFIX, 2-Zonen-Klima, Lenkradfernbedienung für Audio und Tempomat, Navi mit Harddisk und 7"-Display, Nebel-SW, Regensensor, Rückfahrkamera, Sitzheizung, Tempomat

Zusatzausstattung Modell "Executive" (Auszug): 
20"-Bereifung (statt 18" Serie), BOSE-Soundsystem, silberfarbene Dachreling, elektrische Heckklappe, Memory-Funktion für Fahrersitz, Außenspiegel und Lenkradeinstellung, Sitzheizung hinten, zweiteilige Glas-Hub-Schiebedach 

Preis: ab € 56.400,--

 

gelaendewagen.at Test Nr. 115
Fotos: gelaendewagen.at





 
(c) allradnews.at & gelaendewagen.at