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Der Alltag kann draußen bleiben:
Der Mini Countryman
Mini. Countryman. Cooper. D. All4. Cool. Anders.

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28.03.2011
Der Metallic-Lack in schönstem Himmelblau, weiße Racingstreifen auf Motorhaube und Heck, schwarze Felgen in Wurfstern-Design, den Union Jack auf den Außenspiegeln: British Understatement war eher nicht das Thema unseres jüngsten Testobjektes.
Mini Countryman im Test
 

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Der Mini Countryman, schon vergangenen Herbst Objekt einer Kurzbetrachtung auf unserem Portal,  ist schon im Basisoutfit ein viel beachtetes Fahrzeug im heimischen Straßenverkehr. Mit Proportionen, die den Namen "Mini" zumindest hinterfragenswert machen, mit einem auf Jugendlichkeit getrimmten Karosseriedesign, mit seiner dennoch unverkennbaren Familienzugehörigkeit.

Unterwegs im Wagen mit dem beschriebenen, aufpreispflichtigen Eyecatcher-Styling konnten wir uns während einer kurzweiligen Testwoche diverser Kontaktanbahnungsversuche kaum erwehren. Von den seriösen Fragen der Kaufinteressenten über das "Ist der putzig!" der Blondine bis zum fast beängstigenden "Hihihi" bei gleichzeitig hoch gestrecktem Daumen des Nachbarn an der roten Ampel war so einiges Bemerkenswertes dabei.

Was Mini - respektive BMW - beim Außendesign begonnen hat, wurde beim Interieur konsequent fortgesetzt. Wenn man den Countryman innen so betrachtet,  fühlt man fast den Spaß, den die Entwicklungs-Ingenieure und speziell die Designer gehabt haben müssen. Man sieht, dass Ihnen die Führungsetage bei der Entwicklung (fast) völlig freie Hand gelassen haben muss. Und es nur eine einzige Vorgabe gab: dass der Countryman anders werden müsse - optisch, haptisch, funktional und ergonomisch. Weit, weit abseits des Mainstreams.
Erster Blickfänger ist das zentrale Rundinstrument - fast so groß wie das Lenkrad. Im  - wie bei uns schon einmal erwähnt wurde - "Küchenwaagendesign", bietet es ein digitales Radiodisplay und einen analogen Tacho. Wohl weil man daran die Geschwindigkeit nicht allzu gut ablesen kann,  wird diese auch noch von einem kleinen Digital-Display im Kranz des Drehzahlmessers angezeigt. Dieser befindet sich hinter dem Lenkrad und kann mit diesem in der Höhe verstellt werden.

Das Radio bedient man, sofern man das entsprechende Häkchen auf der Liste der Extras gesetzt hat, über Tasten auf dem Lenkrad. Oder über ein kleines Joystickchen an der Mittelkonsole.

Apropos Mittelkonsole: Auch hier wandelt Mini auf einem Pfad abseits jeglicher Konventionalität. Auf der so genannten "Center Rail" lassen sich Cupholder, Handyhalter und vieles anderes fixieren und in Fahrzeuglängsrichtung bis zu den Hinterbänklern verschieben. Letztere sitzen übrigens auf 2 Einzelsitzen, optional und ohne Aufpreis gibt es aber auch eine Dreierbank.  

Das Platzangebot im Innenraum ist für alle 4 beziehungsweise 5 Personen überraschend gut, auch der Kofferraum hat eine ausreichende Kapazität. Auf den, no na, eigenwillig geformten Sitzen kann man es sich durchaus bequem machen, übermäßig Seitenhalt bieten sie nicht. Über deren Langstreckenkomfort können wir mangels entsprechender Test-Autobahnetappen keine seriöse Auskunft geben.
Minis All4-Antrieb verteilt die Kraft mittels eines elektronisch gesteuerten Mitteldifferenzials automatisch an alle 4 Räder. Die dabei applizierten 270 Newtonmeter stammten bei unserem Testwagen von einem 1,6 Liter großen Dieselmotor mit 112 PS. Ein prinzipiell ausgezeichnetes, kleines Aggregat, das den Countryman zu einem wieselflinken Landstraßen- und Autobahnbezwinger macht. Zeigt der Drehzahlmesser aber weniger als 1.500 Kurbelwellenumdrehungen an, fällt das Drehmoment leider in ein tiefes, tiefes Turboloch. Da hilft nur eine engagierte Verwendung des (guten) 6-Gang-Schaltgetriebes.

Die werksseitig angegebenen 4,9 Liter Durchschnittsverbrauch klingen sensationell, konnten wir in unserem Test aber nicht erreichen. In der Praxis wird man wohl 2 Liter dazuzählen müssen.

Sprechen oder schreiben echte oder selbst ernannte Experten über einen Mini, verwenden sie spätestens im dritten Satz das Wort "Gokart". Und beschreiben damit das Fahrgefühl, das der Wagen bietet. Im Countryman ist davon nur die überaus direkte Lenkung übrig geblieben. Sonst beeindruckt er mit einem sehr erwachsenen Fahrwerk, das sowohl in der Stadt als auch - ganz speziell - auf schnellen Überland-Etappen Lob in höchsten Tönen verdient. BMW hat da wohl ganze Arbeit geleistet.
 

Der Mini Countryman hat sich uns als eine unglaublich gelungene Mischung aus deutschen und britischen Werten präsentiert. Schön, dass unsere Nachbarn offensichtlich auch ein wenig vom britischen Humor übernommen haben - und ein derart unkonventionelles Auto, bar jeglichen Bierernstes, ermöglicht haben. 

Mini Countryman Cooper D All4
Die Daten


Motor:
 4-Zylinder-Dieselmotor mit Common-Rail Einspritzung, 1.598 cm3, 112 PS, 270 Nm
 
Getriebe:
6-Gang-Schaltgetriebe (keine Automatik verfügbar)

Verbrauch: 4,9 l Diesel (Herstellerangabe)
CO2-Emissionen: 129 g/km

Länge/Breite/Höhe: 4.097 / 1.789 / 1.561 mm

Leergewicht:
1.455 kg

Anhängelast (gebremst/ungebremst): 750 / 500 kg

Allrad/ Gelände: permanenter "All4"-Allradantrieb, elektromagnetisches Mitteldifferenzial


Serienausstattung (Basismodell, Auszug):
Fahrer- und Beifahrerairbags, Kopfbags vorne und hinten, Seitenairbags vorne, Bremsassistent, "Center Rail" (siehe Text), Dach und Spiegel in Kontrastfarbe, Dachreling, DSC und DTC, elektr. Wegfahrsperre, mechanische Klimaanlage, Regensensor, ISOFIX, Start-Stop-Knopf,


Zusatzausstattung des Testwagens:

"True Blue" Metalliclack

"Austrian Pepper" Paket mit Sportlenkrad, beheizten Außenspiegeln, Ablagenpaket, Nebelscheinwerfern Klimaautomatik, Bordcomputer, Lichtpaket und weißen Blinklichtern;

Radio MINI Visual Boost, Mulitfunktion für Lenkrad, Leichtmetallräder 5-Star Doublespoke 7J x 17, Innenspiegel automatisch abblendend, Sichtpaket, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, Park Distance Control Heck, Xenon Licht, Offroad Design, Sport-Stripes für Motorhaube und Heck, Außenspiegelkappen "Union Jack", Ventilkappen Union Jack


Preis des Basismodells: € 26.990,--
Preis des Testwagens:  € 33.150,--
 

gelaendewagen.at Test Nr. 107
Fotos: gelaendewagen.at





 
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