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Hansdampf in allen Gassen?
Der
Toyota Land Cruiser 300 im Test |
| Unser 100. Testbericht! |
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| 12.10.2010 |
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Wir geben es zu, wir sind ein bisschen stolz. Mit dem aktuellen
Toyota Land Cruiser 300 absolvierten wir unsere 100. Testfahrt.
Kein anderes einschlägiges Online-Medium im deutschsprachigen
Raum kann auf eine ähnlich umfangreiche, individuell
recherchierte Test"datenbank" verweisen... |
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(10 Bilder) |
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"Toyota ist mit dem Land Cruiser 300 der Spagat gelungen, an
dem die meisten anderen Hersteller bisher gescheitert sind:
Nämlich einen Geländewagen zu bauen, der auf der Straße
großlimousinenhafte Fahreigenschaften aufweist und im Gelände
selbst dort noch hinkommt, wo der Wanderer zum Kletterer wird".
Das ist kein aktueller Kommentar, sondern das Fazit unseres
ersten Livekontaktes mit dem Land Cruiser 300 im Jahr 2003:
Unser Portal war damals noch blutjung, der insgesamt erst vierte
Fahrzeugtest stand auf dem Programm. Jetzt, zum "Jubiläumstest",
galt es zu überprüfen, ob diese Aussage noch immer gültig ist.
Ist das Auto noch immer der "Hansdampf in allen Gassen"? |
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Rund ein Jahr ist es her, dass Toyota ein Facelift für den
Wagen präsentierte: Front und Heck wurden dezent verändert, ohne
die typische Optik nachhaltig zu verändern. Neue
Komfort-Features hielten Einzug, die man 2003 noch in die
Raumschiff-Enterprise-Schublade eingeordnet hätte: So sind zum
Beispiel Front-, Seiten- und Rück- Kameras verfügbar, die
ihre Bilder auf einen "Multi-Terrain Monitor" übertragen können.
Oder eine "Crawl Control", die den Wagen mit
vorgewählter, konstanter Geschwindigkeit durchs Gelände führt.
Die Gas gibt, wenn's notwendig ist, die bremst, um die
Geschwindigkeit auch bergab zu halten. Und unter Einsatz
der Differenziale und speziell ihrer Sperren für die
bestmögliche Traktion sorgt. |
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Das funktioniert in der Praxis wirklich, können wir Ihnen sagen.
Der Fahrer sitzt bei all dem nur baff im Wagen, lenkt und
staunt. Auch wenn bei der niedrigsten der 5 vorwählbaren
Geschwindigkeiten Achsen, Bremsen und Der-Himmel-weiß-was-noch
vor lauter Pflichtbewußtsein knarren und ächzen - das System ist
fantastisch.
Die Offroad-Gene seiner Vorfahren hat er also vererbt
bekommen, der neue 300er - wenngleich das überaus hübsche
Blechkleid mit den opulenten Überhängen und die fein
geschnittenen Straßenreifen gröbere Ausflüge in die Pampa zum
Hasardspiel machen. |
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Der Neue wirkt größer, mächtiger, breiter und schwerer als der
Ur-300. Allein: Das stimmt nicht. Die Proportionen haben sich
seit 2003 fast nicht geändert, nur zugenommen hat er: 2.070 Kilo
standen damals im Zulassungsschein, heute sind es stolze
2.325. Ein Tribut an die vielen, vielen Technik-Gimmicks,
die seither dazu gekommen sind.
Ein Gewichtszuwachs, dem Toyota mit einer
Leistungssteigerung begegnen wollte: 173 PS, um 10 mehr
als damals, leistet der 4-Zylinder-Diesel. So modern der
Motor auch gebaut sein mag, mit dem schweren Land Cruiser hat er
es nicht - leicht: Die Fahrleistungen sind nicht schlecht, aber
auch nicht überragend. In Kombination mit der guten, aber ein
wenig stoisch agierenden 5-Gang-Automatik wirkt der Wagen
etwas
träge. Gasstöße werden zwar in ein höheres Arbeitsgeräusch,
nicht aber in einen daraufhin zu erwartenden Vortrieb umgesetzt.
Da kommt der bei großen Geländewagen häufig geäußerte Wunsch
nach einem ausreichend potenten Sechszylinder wieder einmal aufs
Tapet...
Diese für uns ein wenig überraschenden Amerikanismen
setzen sich beim Fahrwerk fort: Das ist auf Komfort und
deshalb recht weich ausgelegt. Sänftengleiches Cruisen erkauft
man sich mit stärkeren Wankneigungen in Kurven und dabei
überraschend zeitig quietschenden Reifen. Sportlichkeit ist
nicht gerade des Land Cruisers Ding.
Der Innenraum hingegen hat uns restlos überzeugt:
Üppigste Platzverhältnisse begeistern Fahrer und Beifahrer
gleichermaßen wie die Hinterbänkler, auch in der optionalen 3.
Sitzreihe ist für eine mehr als nur menschwürdige Unterbringung
gesorgt. Alternativ bringt man dort jede Menge Gepäck unter - wenn's
sein muss auch für den mehrwöchigen Urlaub. Optik und Haptik
konzentrieren sich nicht primär auf die Vermittlung von Luxus,
sind aber ebenfalls ohne Fehl und Tadel. Ganz den Dimensionen
des Innenraumes angepasst: das gewaltig große Lenkrad.Zur
eingangs gestellten Frage zurück kehrend: Man muss festhalten,
dass der Land Cruiser nicht mehr den perfekten Spagat zwischen
Onroad- und Offroad-Kompetenz schafft. Er ist ein
ausgezeichneter Geländewagen geblieben - das geht aber,
vergleicht man ihn mit dem Mitbewerb, doch zu Lasten der "Onroad-Kompetenz".
Besinnt man sich freilich der Tatsache, dass ein Offroader auf
Asphalt ganz einfach anders - sprich: vorsichtiger - zu bewegen
ist als ein PKW, kann man die eine oder andere Schwäche locker
kompensieren. Bleibt nur abzuwarten, ob das heutige Zielpublikum
dazu bereit ist. |
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Motor: 4-Zylinder Dieselmotor mit Common-Rail-Einspritzung,
2.983 cm3, 173 PS, 410 Nm
Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe (alternativ
6-Gang-Schaltgetriebe)
Verbrauch: 8,1 l (Herstellerangabe)
CO2-Emissionen: 214 g /km
Länge/Breite/Höhe: 4.760/1.885/1.890 mm
Leergewicht: 2.325 kg
Allrad/ Gelände:
Permanenter Allradantrieb mit Geländeuntersetzung,
sperrbares Hinterachsdifferenzial, "Crawl Control", Multi
Terrain System (Beschreibung siehe Text), Bodenfreiheit 215 mm,
Wattiefe 700 mm
Preis: 5-türiges Modell mit Automatikgetriebe ab €
54.543,60, 3-türiges Modell mit Schaltgetriebe ab € 46.308, 80
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gelaendewagen.at Test Nr. 100
Fotos: gelaendewagen.at |
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