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Jeep Cherokee Limited im Test
Mit dem Spirit des Klassikers ...

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17.11.2010
Ein Bruder im Geiste hatte die Harddisk des Audiosystems mit Musik gefüttert. Zum ewig nicht gehörten, genial intensiven Sound von "Stop making sense" der "Talking Heads" pilotierten wir unseren Jeep Cherokee aus der Ausfahrt der Chrysler-Niederlassung in Wien-Floridsdorf.
Jeep Cherokee im Test

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Während David Byrne sein unvergleichliches "Once In A Lifetime" durch die Lautsprecher trällerte, notierten wir geistig die ersten gesammelten Eindrücke unseres Testobjektes.

Deutlich kleiner als erwartet präsentierte sich Jeeps Indianer, mit einem überraschend eng geschnittenen Kofferraum, nicht überragend viel Kniefreiheit in Reihe 2, aber immerhin passabel Platz für Fahrer und Beifahrer. Bei einer Außenlänge von knapp viereinhalb Metern insgesamt das Raumgefühl einer Mittelklasselimousine, hielten wir fest.

Sonst, zum Glück, ähnelt der Cherokee in nichts einer 08/15-Familienkutsche: Zu dominant das Lenkrad, zu wuchtig - wie aus einem einzigen Block Kunststoff geschnitten - die Mittelkonsole, zu präsent der große Wählhebel für das Automatikgetriebe. Zu jeder Zeit erkennt man, dass man in einem Geländewagen amerikanische Ursprungs Platz genommen hat.    

Von außen betrachtet gibt es ohnehin keinen Zweifel: Eckig- und Wuchtigkeit lassen keinen Zweifel am Verwendungszweck - viel selbstbewusster als sein Vorgänger trägt der Wagen seine Offroad-Gene zur Schau. Dominant das Markenzeichen aller Jeep-Modelle, der Kühlergrill mit seinen 7 vertikalen Kühlschlitzen, bei unserem Testwagen in glänzender Chromoptik ausgeführt. 

Der Name "Cherokee" - vom bekannten Indianerstamm - erzählt von den Abenteuern, die Generationen von Jeep-Piloten erlebt haben. Für die große Fahrt gen Westen (oder auch in alle anderen Himmelsrichtungen) bietet der Jeep einen zuschaltbaren Allradantrieb und, wie es sich für einen Offroader gehört, eine Getriebeuntersetzung für die langsamen Kletterpartien auf den ganz schwierigen Wegen zum Ziel. Auf letzteren kommt man mit dem Cherokee recht gut zurecht, die Straßenbereifung, die nicht gerade überragende Bodenfreiheit und die relativ verschränkungsunwilligen Achsen bremsen des Fahrers Abenteuergeist aber ein wenig ein. 

Asphalt und Teer machen dem Auto fast mehr Spaß, scheint's: Der Fahrkomfort ist trotz Starrachse hinten durchaus überzeugend, der 2,8 Liter große Dieselmotor ein souveräner Geselle, der auch für ein bisschen Spaß zu haben wäre. Leider spielt da das Automatikgetriebe nicht so ganz mit, wie wir das erhofft haben. Mit seinen 5 Stufen ist es passabel komfortabel, aber ein wenig amerikanisch-träge ausgelegt: Beherztes Pedaltreten motiviert das Auto aber dann doch zu Europa-kompatibler Behändigkeit.

Bleibt noch die Frage, die sich bei unserem Musikkonsum aufgedrängt hat: "Stop making sense"- ist die Verwendung eines SUVs in der heutigen Zeit wirklich das Ende der Vernunft? 9 Liter genehmigt sich der Jeep Cherokee im Schnitt, sagt der Hersteller. Ein Wert, der für ein Fahrzeug mit über 2 Tonnen Gewicht nicht dramatisch ist - und auch nicht bedeutend höher als bei einem Mittelklasse-PKW. Was bekommt man dafür? Ein technisch und motorisch modern ausgestattetes Fahrzeug, ein durchaus abenteuerfähiges Fahrzeug und nicht zuletzt  den "Spirit" des legendären Geländewagen-Klassikers Jeep.

Jeep Cherokee 2.8 CRD Limited Automatik
Die Daten


Motor:
4-Zylinder Dieselmotor mit Common Rail Einspritzung, 2.777 cm3, 177 PS, 460 Nm bei 2.000 U/min
 
Getriebe:
5-Gang-Automatik

Verbrauch: 9,0 l kombiniert (Herstellerangabe)
CO2-Emissionen: 242g/km

Länge/Breite/Höhe:  4.493 / 1.839 / 1.797 mm

Leergewicht:
2.060 kg

Allrad/ Gelände: händisch zuschaltbarer Allradantrieb (im Normalbetrieb Heckantrieb), Geländeuntersetzung (2,72:1), Berganfahr- und Bergabfahrhilfe, Bodenfreiheit 18,9 cm

Serienausstattung (Auszug): ABS, Fahrer- und Beifahrerairbag, Windowairbags vorne und hinten, Alarmanlage, Wegfahrsperre, Zentralverriegelung, Audiosystem mit DVD, ESP, elektr. Fensterheber, ISOFIX, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, Reifendruckkontrollsystem, Wärmeschutzverglasung

Zusatzausstattung Modell Limited: Dachreling und Kühlergrill im Chromoptik, Lederlenkrad, 6 Lautsprecher, Regensensor, Parksensoren hinten, Bordcomputer, Fahrersitz elektrisch verstellbar, Tempomat


Preis des Testwagens: 44.890,-- (Basismodell ab 39.990,--)

gelaendewagen.at Test Nr. 101
Fotos: gelaendewagen.at





 
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