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Land Rover Defender SVX 90 Soft Top |
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Die coolste Art, Defender zu fahren ... |
| 15.03.2009 |
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Test
60 Jahre Land Rover - die großen Feiern des Jahres 2008 sind
vorüber. Ein letztes Mal dürfen auch wir das britische
Traditionsunternehmen hochleben lassen. Aktueller Anlass
ist ein ganz Besonderer: Das Jubiläumsmodell des Defenders, der
"SVX", bereicherte unseren Testfuhrpark. Ein (inzwischen
kaum mehr erhältliches) limitiertes Sondermodell, das es als
"Station" mit Metalldach, kurzem oder langem Radstand - und als
"Soft Top", vulgo Cabrio, gibt. Und der mit
Sicherheit bestausgestattete Defender aller Zeiten: Der
ungewöhnliche Frontgrill mit Klarglasscheinwerfern
und die Alufelgen in Diamantschliff-Finish sind allein ihm
vorbehalten, ebenso die Alu-Trittbretter, die "SVX" und "60
years"-Schriftzüge sowie die hochwertige Innenausstattung
mit Recaro-Sportsitzen, einem Lederlenkrad, tollem
Audiosystem, Hochglanz-Schalthebeln und sauber
integriertem Garmin-Navi.
Wir freuten uns, gleich die "coolste" Variante des SVX
ausprobieren zu können: Dem "Soft Top" wurde ein
silberfarbener Überrollkäfig angepasst, ein Klappgestänge
spannt ein schwarzes Stoffdach über den Innenraum. Mit 3,64
Metern ist der Wagen knapp einen Meter länger als ein Smart,
aber um 27 Zentimeter kürzer (!) als ein aktueller VW Polo.
Dabei aber stolze 2,02 Meter hoch.
Durchaus seltsam anmutende Proportionen also - ein
Eindruck, verstärkt auch durch das am Heck fehlende Reserverad.
Wie der Smart ist der SVX ein Zweisitzer: Seine einzige Sitzreihe ist
durch ein Trenngitter von der ultrakurzen Ladefläche
getrennt. Dort findet sich auch das Reserverad wieder, in
alter Tradition quer zur Fahrrichtung und direkt hinter den Sitzen
montiert. Der mächtige 235er-Reifen beansprucht einen
beträchtlichen Teil der Ladekapazität, ebenso wie die rund 15
Zentimeter hohe "Lade", die über dem Boden montiert wurde
und in der man das Verdeck verstauen kann. Sie ist
versperrbar und ermöglicht die diebstahlsichere Mitnahme
kleinerer Ausrüstungsgegenstände. Die wegen des Reserverades
u-förmige und mit Antirutschnoppen ausgelegte Ladefläche bietet
noch Platz für zum Beispiel 2 mittelgroße Transportkisten, aber naturgemäß
keinen Diebstahlsschutz.
Ein reines Spaßmobil also, dieser SVX Soft Top - weder
Reise- noch echtes Transportfahrzeug. Und dazu nur für 2 Personen
zugelassen. Diese neue Erkenntnis gesellte sich zu den längst gewonnenen
betreffend der unglaublichen Fahreigenschaften und des
kaum vorhandenen -komforts des Defenders, gepaart mit den
Luxusfeatures, die man dem Sondermodell verpasst hat: In
Summe ergibt das einen einzigartigen Stilmix, der jetzt schon - kein
Widerspruch - als Kult deklariert werden darf.
Von den Fahreigenschaften des Defenders haben wir Ihnen schon in
anderen Testberichten ausführlich erzählt (Links
dazu siehe unten, Lektüre dringend empfohlen 8-). Die Besonderheiten des kurzen SVX? Der
ultrakurze Radstand gibt dem - prinzipiell durchaus in
ausreichend Maß vorhandenen - Federkomfort eine "ganz
besondere Note". Der Fahrtwind, bei niedrigen
Geschwindigkeiten ein akustisch durchaus noch akzeptables
Prasseln, prügelt ab rund 80 km/h mit erschreckender
Brutalität auf das weiche Dach ein. In einer Lautstärke, die den
Einbau der tollen Audioanlage zwar schlüssig erklärt -
ruhebedürftigen (Bei-)fahrern sei aber die Mitnahme eines
adäquaten Gehörschutzes ans Herz gelegt. Dazu kommt, dass
man es wohl nie, nie schaffen kann und wird, für eine Karosserie
wie jene des Defenders ein rundum perfekt abschließendes
Stoffdach zu bauen - sehen wir es positiv: So ist die Kabine ein
permanent von Frischluft durchflutetes Plätzchen.
Die Recaro-Sitze sind exzellent - bequem, beheizbar,
verstellbar und mit einem für echte Geländefahrzeuge
sensationellen Seitenhalt ausgestattet. Dabei wurde die
Sitzfläche so kurz gehalten, dass die ohnehin nicht gerade üppig
vorhandene Kniefreiheit nicht noch weiter reduziert wurde - zum
Glück: Es gäbe sonst keinen Testbericht - der
Autor hätte nicht hineingepasst, in den SVX.
Der Motor hinterlässt im mit 1.700 Kilogramm recht
leichten "90" einen noch stimmigeren Eindruck als im schwereren
110er. Das wie der Diesel seit dem Modelljahr 2007 neue 6-Gang-Schaltgetriebe
von Ford lässt sich so gut wie kein anderes davor (im Defender)
schalten. Die Anekdote, dass in einem kurzfristig verordneten
Blitztest eine naturgemäß mit einigen Muckis ausgestattete
Masseurin zum Einlegen des Retourganges beide Hände benutzte,
sei Ihnen dennoch nicht vorenthalten. Es gibt sie wirklich noch,
die LKW-Gene im Defender ...
Weitere Erkenntnisse und Erlebnisse von unseren intensiven
Testfahrten? Wir erfreuen uns wegen unserer Testvehikel ja
an recht umfangreichen Kontaktanbahnungen von
Straßenmitbenutzern. Je interessanter das Fahrzeug, desto mehr "Benzinplaudereien". In unserer internen
Hitliste der kommunikationsförderlichsten Testfahrzeuge
führte bislang der Hummer 2 recht deutlich vor dem
knallorangefarbenen Fiat Panda 4x4.
Neuer Gesamtspitzenreiter (war es anders zu
erwarten?) ist ab sofort der Land Rover Defender 90 SVX Soft Top.
Stellen sie sich das vor: Sie pfeifen auf den
Christa-Kummerschen Rat, angesichts der aus dem Norden
anrückenden Februar-Kaltfront Ihre feste Behausung - wenn
überhaupt - nur mit
beheizbaren Schuheinlagen und tuchentdicken Daunenjacken zu
verlassen. Fahren den SVX aus der Garage, montieren ihm das
"weiche Dach" ab (drinnen in der Garage wäre zu wenig Platz dafür)
und fahren offen in eine Gegend, die sich unter einer
stattlichen Eineinhalbmeter-Schneedecke duckt. Wir haben genau das gemacht
und - glauben Sie es uns: Jeder, wirklich jeder
Verkehrsteilnehmer nimmt von Ihnen Notiz. Wirft Ihnen einen
bewundernden oder - das hält sich in etwa die Waage - doch
mitleidigen Blick zu. In der ersten halben Stunde überwiegen die
Bewunderer - weil man der Kälte locker zu trotzen scheint:
Schließlich hat sich bei der Demontage des Soft Tops während
eines 20-minütigen Workouts so viel Dampf unter der Jacke
gesammelt, dass man die ganze Zweierkabine damit heizen könnte.
Danach überwiegen angesichts rot gefrorener Nasen und Ohren die
Mitleider aber doch recht deutlich.
Die Fahrt ins Hochgebirge führte
uns durch furchtbar schlammige Niederungen - wir mussten das
tun, was wir am besten können: Autos schmutzig machen. Am Gipfel
dann: Ein Defender ohne Dach, aber mit fast perfekter Schlammpatina. Auf blütenweißem
Schnee. Ein Anblick für Götter. Wäre noch jemand da oben
gewesen, hätten wir stundenlang Rede und Antwort stehen müssen.
Die völlig vereiste, an die Bobbahn in Igls erinnernde
Passstraße schaffte aber nur der Defender... So viel zum Thema
Kommunikationsförderlichkeit, aber auch Offroad-Tauglichkeit des
Defenders.
Dass eine solche "Oben-Ohne-Fahrt" im Winter auch wirklich
möglich ist, dafür sorgen die mächtige Sitzheizung und
die erstmals in der Geschichte des Defenders richtig, richtig
ordentlich funktionierende Heizung, die einem Kanonenofen
gleich warme Luft in die Kabine pumpt.
Der Versuch eines Testfazits:
Unser Problem ist, Sie haben es vielleicht schon bemerkt: Für
unsere Redaktion hat der Defender den gleichen Stellenwert wie
der 911er Porsche für den Philipp Waldeck. Deshalb werden wir nie einen
auch nur halbwegs objektiven Bericht über dieses Urviech von
Fahrzeug schreiben können. Und werden Fakten - der Defender sei
inzwischen das einzige 4x4-Vehikel ohne Airbags, das
Chefredakteurs-Knie sei wegen der aufdringlichen
Mittelkonsole immer noch blau, die Türen hören sich beim
Zuschlagen an, als wären sie aus dem gleichen Stoff wie das Soft
Top - all dieses Blabla - auch in Zukunft in bewährter Manier
schlicht und einfach ignorieren. Wir hoffen, Sie sehen uns diese
Schwäche nach.
Aber eines sei - "ganz objektiv" - in den Raum gestellt,
was all die oben erwähnten Blickwerfer maximal erahnen können: Einen
Defender SVX offen zu fahren gehört nicht nur im
Winter zu den - im übertragenen Sinne - ganz, ganz coolen
Autoerlebnissen.
Denn Defenderfahren ist an sich schon ein
ursprüngliches, archaisches Erlebnis.
Reduziert man dieses ehrliche, kantige Riesenbaby noch um das Dach, erfreut man sich
an einer mit allen
Sinnen erleb- und spürbaren Fortbewegung der besonderen Art. Wie
sie in der heutigen Zeit kaum noch ein anderes Auto zu bieten
vermag. Mit dem "SVX" würzt Land Rover dieses Erlebnis noch mit
ein wenig britischem Luxus.
Happy Birthday, Land Rover ... auf die nächsten 60 Jahre.
Weitere aktuelle Defender-Testberichte bei uns:
Defender: Raue
Schale, rauer Kern ...
Land Rover
Defender im Geländetest
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| Text, Fotos und Video: gelaendewagen.at |
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Motor: Dieselmotor mit Common Rail Einspritzung, 4 Zylinder,
122 PS, 360 Nm
Getriebe: 6-Gang-Schaltgetriebe
Verbrauch: 10,0 l Diesel kombiniert (Werksangabe)
CO2-Emissionen: 266 g /km
Länge/Breite/Höhe: 3.649/1.790/2.021mm
Leergewicht: 1.715 kg
zul. Anhängelasten: 3.500/750 kg(gebremst/ungebremst)
Nutzlast: 499 kg
Allrad/Gelände: Permanenter Allradantrieb,
Getriebeuntersetzung, sperrbares Mitteldifferenzial,
Böschungswinkel vorne und hinten 47°, Rampenwinkel 147°,
Steiogfähigketi 45°, Bodenfreiheit 205 bis 235 mm (je nach
Bereifung), 500 mm Wattiefe,
Basisausstattung Defender 90
Allradantrieb wie oben, Wegfahrsperre, Radiovorbereitung
Optionale Ausstattung im Testwagen
ABS + ETC, Klimaanlage, Ablagebox zwischen den Vordersitzen,
Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Winterpaket (Sitze und
Frontscheibe beheizbar), Alarmanlage
Sonderausstattung des Modells "SVX"
Lack Schwarz-Micatallic, individuell designter Frontgrill,
Klarglasscheinwerfer, Rückleichten mit LEDs, exklusive "SVX" und
"60 years"-Schritzüge, Seitenschweller, 5-Stern-Alufelger mit
Diamantschliff-Finish, Unterfahrschutz vorne, Sportsitze von
Recaro, hochglanzpolierter Schaltknauf, Audiosystem mit
Subwoofer und iPod-Anschluss, Garmin Navigationsgerät,
silbergrauer Überrollkäfig, individuelles Stoffverdeck,
Reserverad stehend hinter den Rücksitzen, verschließbare Lade im
Laderaum zur Unterbringung des Verdecks
Preis: € 47.777,60 (ohne ABS/ETC € 45.908,--)
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gelaendewagen.at Test Nr. 72 |
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