Franz ("Odysseys") und ich entschieden uns heuer an der
Landrover Experience 2003 in Island teilzunehmen, die laut
Prospekt doch einiges versprach: Als wichtigstes Utensil einen
Schlafsack mit –26 Grad Komfortbereich eingepackt, gutes
Schuhwerk und warme Bekleidung, setzten wir uns am 24.August in
das Flugzeug, das uns über Düsseldorf nach Keflavik brachte, wo
wir nett empfangen und in ein Gästehaus gebracht wurden. Als
Einstimmung auf Island rochen alle nach dem Duschen nach
Schwefel. Ja Warmwasser gibt es ja fast überall gratis mit einem
Bohrloch in die Tiefe!
Am 2. Tag übernahmen die Teilnehmer ( Tom & Karen, Jan &
Chris, Axel und Franz & Wolfgang) die vier bereitgestellten
Discos und als Guidefahrzeug stand ein Defender 110 mit Ingo&
Alex am Parkplatz! Alle Fahrzeuge waren mit GPS III plus von
Garmin ausgestattet. Die Gruppe passte super zusammen, dies
merkte man bei der ersten Tourbesprechung. Die erste Route
führte uns über Hveragerdi, Sellfoss nach Hvolsvöllur, wo die
Kolonne die Zivilisation verließ und das große Offroad Abenteuer
begann! Die Piste 261 geht es in Richtung Norden vorbei am
Myrdals-Jökull Gletscher und dem Vulkan Hekla (der nicht den
Namen von der berühmten Autoschmiede Holler Ewald und Klenkhart
Arno hat!!!) auf das isländische Hochland. Dabei durchfuhren wir
die ersten Flüsse und bauten unser erstes Nachtlager bei
Landmannalaugar auf, wo wir uns bei einem natürlichen
Warmwasserbecken baden konnten. Die vier Discos wurden
professionell in einem Viereck aufgestellt, eine Plane an allen
Fahrzeugen festgemacht, die Dachzelte geöffnet und das
Nachtlager war perfekt. Ingo unser isländischer Guide grillte
für uns Lamm und zeigte damit, dass er nicht nur ein super Guide
, sondern auch ein super Koch ist! Die Landschaft, die wir am
ersten Tag sahen, war so schön, dass sich alle Teilnehmer
fragten, kann Ingo dieses Erlebnis noch in den nächsten Tagen
steigern? Vorweg: Er konnte dies täglich!!
Der 3. Tag sollte nicht nur anstrengend sein, sondern
auch ereignisreich: Nach dem Frühstück ging es durch die
unendliche Weite und Einsamkeit der Sprengisandur. Ein
Materialtest unseres Wagens begann, spitze hohe Steine, rillige
Lavafelder, nasses Schwemmland, Sandpisten, Wasserdurchfahrten
und Geröllfelder wechselten sich alle Kilometer ab, die ein
Weiterkommen auf 15 km pro Stunde beschränkte. Gewissen
Abschnitte hatten Gemeinsamkeiten mit einem Trial, da man schon
einen Beifahrer benötigte um bestimmte Teilstrecken zu
absolvieren. Bei einer Rast lernten wir ein Paar aus Tschechien
kennen, die gerade versuchten Ihren Discovery MJ 2003 trocken zu
legen, da dieser bei einer Flussdurchfahrt ein wenig einsank uns
so Wasser ins Auto kommen konnte. Der Wagen war aber für so eine
schwierige Tour bestens ausgerüstet worden. Ein Discovery mit
265/75/16 Mud Terrain Bereifung, höher gelegtes Fahrwerk und 3
100% Sperren Ein Toyota Fahrer erkundigte sich bei unseren
Guide, ob die folgenden Wasserdurchfahrten für einen SUV
geeignet wären: Ja wenn man direkte Linie fährt, wäre ein
durchkommen für einen Toyota RAV4 auch möglich. Die Bilder
zeigen aber, dass er nicht die direkte Linie nahm! Ja aufpassen
muss man auf dieser Hochstrecke beim befahren der Flüsse immer.
Nachdem wir uns vom Discoveryfahrer verabschiedeten ging es zum
nördlichen Ausläufer des größten europäischen Gletschers
Vatnajökull. Am Beginn der Gaesavatna Piste sahen wir beim
Gletscher, dass sich ein Defender 110 festgefahren hatte. So
ging es über den Gletscherfluss hinüber zu dem festgefahrenen
Schweizer Defender. Am Ende waren drei Discos und zwei Defender
festgefahren. Nur ein Disco fuhr sich nicht fest. So begann eine
Bergeaktion, die ziemlich zeitaufwendig war, da sich der
Schweizer Defender bei dieser Befreiungsaktion mit einem
Sandblech den rechten hinteren Bremssattel abriss. Aber nach
zwei Stunden waren alle Fahrzeuge wieder frei und so ging es
über die Gaesavatna Piste in Richtung Askja wo wir am Abend vor
Askja wieder unser Lager mit Disco Viereck aufbauten und im
Dachzelt übernachteten. Wieder überraschte uns Ingo am Abend mit
seinen Kochkünsten!
Am 4.Tag nach einer kühlen Nacht, bei der sich die
Ausgabe eines wärmeren Schlafsackes lohnte, ging es in Richtung
Askja zu den Vulkanseen, die nach einem Marsch von 30 Minuten
erreicht wurden. Tom und Karen badeten im wärmeren kleineren See
mitten in einem Vulkan. Nachdem wir unsere Autos wieder
erreichten ging es in Richtung Myvatn See, die viertgrößte
Binnenwasserfläche des Landes und ein Vogelparadies. Wir fuhren
ca. 100 Kilometer zur Straße 1, passierten wieder unzählige
Flüsse und passierten dabei den Vulkan Herdubreid und das
Vulkangebiet Krafla. Da wir diese Distanz in kürzerster Zeit
bewältigten, fuhren wir noch zum Detifoss Wasserfall , besuchten
anschließend die Hot Springs vor Reykjahlio und badeten in einer
blauen Lagune bevor wir unser Gästehaus in Stöng bezogen! Pan
Flöten Musik aus der Stereoanlage machte uns richtig müde und so
gingen wir schon bald schlafen!
Am 5. Tag umrundeten wir den See Myvatn (Bekannt für 15
verschiedene Enten und Vogelarten). Dieses Gebiet war 1975-1984
stark vulkanisch aktiv, hier kam es zu 9 Eruptionen und die
kontinentale Plattenverschiebung betrug bis zu 4,8 Meter. Nun
ging es über eine Bergpiste nach Husavik. Alle außer mir machten
eine dreistündige „Whale watching“ Tour. Ich half Ingo unserem
Guide die Autos zu reinigen und die Luftfilter vom Sand zu
befreien. Bei diesem Check sah man, dass kein Auto bisher Wasser
schluckte, obwohl wir sehr oft bei den Wasserdurchfahrten die
Höhe des Lufteinlassstutzen erreichten. Die Sandmenge, die wir
aus dem Luftfilter reinigten war rekordverdächtig! Nachdem wir
alle wieder beisammen waren besuchten wir das Walmuseum, bevor
wir in Richtung Akureyri aufbrachen. Bevor wir noch Akureyri
erreichten trafen wir uns mit dem dort ansässigen Landroverclub,
der uns noch eine Offroadtour mit einigen schwierigen Passagen
zeigte. Herzlichen Dank an den sehr freundlichen
Clubmitgliedern, die diese Ausfahrt begleiteten. Anschließend
fuhren wir zu unserem Gästehaus in Akureyri und speisten in
einem sehr netten Lokal!
Nachdem wir am 6.Tag Getränke und Essen in einem
Großmarkt einkauften (All inclusive by APS) fuhren wir dann zum
nordwestlichen Hochland wo uns anspruchvolles Offroad Terrain
und schwierigste Wasserdurchfahrten bevorstanden. Eine Pause
wurde bei einem heißen Pool bei Laugarfall gemacht. Detail am
Rande: Die WC Anlagen werden direkt von den Heizungsleitungen
gespeist. Das heißt, dass das WC Spülwasser Heißwasser ist.
Kaltwasser gab es bei den Sanitärcontainern keines! Danach
ließen einige Schlammpassagen erahnen, welches Problem die
Teilnehmer der Experience erwarten würde, wenn es geregnet
hätte. Dann probierte unser Guide eine neue Strecke aus. Die
Wasserdurchfahrten waren sehr tief, da die starke Strömung der
Flüsse Wasser durch die Türen drückte und die Autos von ihrer
Ideallinie abdrifteten. Nachdem wir die Bergpiste Kjolur
erreichten ging es zu einer Berghütte bei Kjalfell (Kerlinggarfsall).
Um ein Uhr früh sahen wir den zur Erde sehr nahe stehenden Mars
und ein wunderschönes Nordlicht!
Der nun folgende 7. Tag bescherten uns unzählige
Flussdurchfahrten und lange schlechte Pisten. Bei einer
Flussdurchfahrt wurde der Fluss von einem uns entgegenkommenden
Beifahrer eines Nissan Patrols mit Watstiefeln vorausgegangen
und zeigte die tiefen Wasserlöcher allen Fahrzeugen an. Hier sah
man, wie wichtig eine Vorbesichtigung eines Flusses ist!Wir
besuchten einen hohen Wasserfall und die Tour endete beim Hotel
Geysir, welches direkt beim Geysir Strokkur ist, der alle 7
Minuten, 20 Meter hoch Wasser und Dampf schleudert. Ein sehr
interessantes geologisches Gebiet!
Am 8.Tag nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zu
Gullfoss einem riesigen Wasserfall. Danach ging es wieder in
Richtung Reykjavik! Aber schon bald zog es unseren Guide Ingo
weg von der Straße in ein schwieriges Terrain, welches in einem
Islandführer nur als Strecke für höher bereifte Fahrzeuge ab 33
Inch beschrieben ist. Und es dauerte nicht allzu lang und ein
Disco fiel in ein fast ein Meter tiefes Loch. Den Wagen zu
bergen war keine Schwierigkeit!. Nach diesem Abzweiger ging es
ins Experience Center, welches eine kleine Grube mit allen
Schwierigkeitsstufen darstellt! Anschließend fuhren wir über den
See Pingvallavatn über Selfoss nach Eyrarbakki um noch eine
Sandpiste am Atlantik auszuprobieren. Davor machten wir noch
einen Halt bei einem sehr guten Fishhouse, das uns eine delikate
Fischsuppe auftischte. Der letzte Abschnitt dieser Reise führte
uns in die Kulturhauptstadt des Jahres 2000 nach Reykjavik, wo
wir nach einem kleinen Shopping in einem Kaufcenter, im alten
Theater das „letzte Abendmahl“ zu uns nahmen! Danach ging es
wieder nach Keflavik, wo uns das Flugzeug zurück nach Düsseldorf
brachte.
Fazit: Alle Autos kamen durch diese Experience. Ich
möchte hier behaupten, dass nicht viele Hersteller behaupten
können, ein Auto herzustellen, das solche
Dauerschwerstbeanspruchungen aushält.
LR Deutschland hat mit APS Reisen und dem isländischen Guide
Ingo von Eskimos Adventure Company einen genialen Partner
gefunden, der eine Reise mit Landrover in Island, professionell
an den Kunden vermitteln kann. Keine Minute war es langweilig,
da immer eine Abwechslung geboten wird.
Die genannten Routen sind nur empfehlenswert mit zwei oder drei
Fahrzeugen zu befahren, da sonst mit langwierigen Bergemanöver
zu rechnen ist! Unbedingt nach Tankstellen schauen, da auf
diesen Strecken jedes Auto wesentlich mehr Sprit benötigt als
sonst! Bei uns benötigten die Landrover Discovery mit
Automatikgetriebe und Dachzelt, die normalerweise mit 12-13
Liter auskommen, bei diesem schwierigen Terrain, fast 20 Liter
Diesel!
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